Die Idee ein Weltreisemobil zu bauen

Na und wie kommt man (Mann) auf so eine Idee?

Tja. Angefangen hat es damit, dass Ralfi schon immer gesagt hat, zum 50. Geburtstag kauft er sich ne Harley.
So war auch der Plan, zumal wir  sogar  im Jahr zuvor einen Wiedereinsteigerkurs bei Harley Davidson in Bruchmühlbach-Miesau gemacht haben (seeeeeeeehr empfehlenswert). Schon da hat sich abgezeichnet, dass das mit der Harley vermutlich eher nix wird, weil er auf ner Harley einfach aussieht wie ein Affe auf dem Schleifstein :). - 2,02 m und 140 kg sehen halt mal nicht soooooo elegant aus wie die Zwerge auf den Mopeds.

 

In der weiteren Suche war dann auch noch eine VN 2000 im Gespräch. Aaaaaaaaaaaaber, das ist halt mal keine Harley. Ich denk dazu brauch ich nix weiter zu erklären, weil die, die Harley fahren wissen wovon ich schreibe, alle anderen werden das niiiiiiiiiiieeee verstehen. 
Ein weiteres Problem wäre dann halt gewesen, er wäre immer alleine unterwegs gewesen, weil ich mich neverever hinten drauf setze.
Und noch ein Moped für mich? Noch ein Gefhrt, was hauptschlich rumsteht und vielleicht 1-2 mal im Jahr bewegt wird?
So wie der Jeep oder das Boot? 

Da waren wir uns dann recht schnell einig. - Neeeee, kommt nicht in Frage. 

So...(O-Ton Ralfi) da die Kerle ja mit 50 anfangen zu spinnen muss es halt doch irgendeine Spinnerei sein.
Eijo, gucke mer mol... was steht denn zur Auswahl? Nun...zB gibt es ja Männer die nehmen sich zum 50. eine Geliebte bzw. eine andere Frau. Tja, das ist ihm zu stressig.
Moped war ja schon abgehakt.
Hmmmm, hmmmmm, hmmmmmmmmmmmmmm mal überlegen...Irgendwann (um die Weihnachtszeit 2016) ergab sich dann folgender Dialog:


Ralfi: Wie wärs denn mit einer Weltreise?
Ich: Hä? Einer WAS?
Ralfi: Na eine Weltreise?
Ich (ironisch): Mit dem QEK?
Ralfi: Neeee, natürlich nicht. Wir bauen ein Weltreisemobil/Expredtionsmobil. Ich: Aha. 

Na und was soll ich sagen. Die Idee war geboren.
Da wir beide schon immer mal so einen Tingelurlaub machen wollten, also einfach nur losfahren und dort wo es schön ist bleiben wir ein paar Tage und dann gehts weiter, dies aber mit dem QEK nicht so ohne weiteres möglich ist, da wir ja immer nen Haufen Gerödel dabei haben (ja und auf was willst du im Urlaub verzichten? Rischdisch...auf nix), wurde aus dem  Dialog dann schnell ne Suche und Recherche im Internet.
Da gibts ja wahnsinnig viele tolle Seiten. Am meisten inspiriert haben uns Simone und Olaf von Two Vagabonds. Und so in etwa soll es bei uns auch werden. Nur haben wir einen anderen LKW. Die Auswahl an Fahrzeugen ist dann allerdings schnell eingegrenzt, da Ralfi (wie soll es anders sein) bestimmte Vorstellungen von seinem LKW hatte. Ein großes Fahrerhaus, drei gesperrte Achsen (die wir vermutlich nie brauchen werden, aber Haben ist besser als Brauchen, kippbares Fahrerhaus. Tja und da blieb dann eigentlich nur der Steyr12M18. Aber die Ernüchterung folgt auf dem Fuße....
Der Markt war und ist nicht gerade gesättigt mit Angeboten. 

Einen wirklich schönen haben wir uns dann in Karlsruhe angeguckt und Ralfi auch probegefahren. Das war im Grunde UNSER Steyr. Aaaaaber... Schnäppchen macht man gleich oder gar net. Am Tag darauf wollten wir ja noch zum Philipp aus dem Hanfbachtal, weil Ralfi dort SEINEN Traum-Steyr zu finden glaubte. Tja, dumm gelaufen. Phillip aus dem Hanfbachtal war ...ohne Worte. Die damals inserierten Steyr hatte der gar nicht, den Steyr wegen dem wir da hochgefahren sind schonmal gleich gar nicht. Drei Stück hatte er auf seinem Schrottplatz stehen. Die stehen dort aber gefühlt 20 Jahre, total vermoost und verrostet. Innenleben soweit wir es sehen konnten nicht vorhanden. Richtig reingucken war nicht möglich, da die Türen nicht aufgingen und die Fahrzeuge dort so dicht stehen. Bestimmt gibt es Leute die dort fündig werden. Wir halt leider nicht, zumal der Phillipp auch ein extremst unfreundlicher Mensch ist. Und wie soll es anders sein? Natürlich ist der Steyr in Karlsruhe mittlerweile auch verkauft. -
Da blieb mir nur Ralfi zu trösten und zu beruhigen...Wer weiß wofür es gut war, womöglich läuft dir DEIN Steyr ganz schnell über den Weg. Und so wars dann auch. Im Steyr Forum wurde ihm empfohlen mal bei der Fa. Aigner zu gucken, der hätte vor Weihnachten einen reingekriegt. Gut, beim Aigner angerufen, vorab schon bissel was besprochen Termin ausgemacht. Passt ja gut auf dem Weg in den Winterurlaub. Und was soll ich sagen? Wir haben einen. Einen tollen, ehrlichen LKW, den wir dann v.a. Dingen nach unseren Vorstellungen restaurieren. 
Aigner ist nur zu empfehlen. Super freundlich, hilfsbereit und ein riesen Grundstück um den LKW auch mal probe zu fahren. Wär beim Phillip aus dem Hanfbachtal gar nicht möglich gewesen.

 
Das isser 
 
 
 
Dann noch der Kaufvertrag unterschrieben, die weiteren Modalitäten geklärt, es sollte ja noch TÜV gemacht werden und im Preis inbegriffen war eine Grundüberholung mit Ölwechsel, Abschmieren usw. Der Ablauf bei der Fa. Aigner ist folgender: Fahrzeug angucken, zusagen, Vertrag und Rechnung geschickt bekommen, Bezahlen und dann legt er los mit den Arbeiten. 
 
 
Naja, ihr könnt es euch denken. Der Urlaub war zwar super, super, superschööööööööööööön, aber mein Ralfi natürlich mit den Gedanken bei "seinem" Steyr. 
 
 
Der Termin für die Abholung war für Ende Februar zugesagt. Und am 02.03.17 haben wir den dann auch völlig streßfrei abgeholt.
 
Willkommen zu Hause Kleiner
 
 
Da  wir ja ein Kurzzeitkennzeichen hatten und die ja für 5 Tage gültig sind, haben wir für den nächsten Tag  eine Ausfahrt geplant auf den Verkehrsübungsplatz im Mannheim, dass ich auch mal mit dem Steyr fahren kann.
Blöd nur, dass man dort nicht über 3,5 Tonnen fahren darf und v.a. Dingen nicht mit Kurzzeitkennzeichen.

Ich war gefrustet.

Aber mein liebster Ralfi meinte dann guck doch mal obs nicht noch was hier in der Nähe gibt.
Aber ja, ja, ja es gibt noch einen in Worms. Also dort hingefahren...uppps der ist aber klein.
Nun denn. Ich konnte keine Einschränkungen lesen, also den Obulus bezahlt und angemeldet und dann konnte ich loslegen.
Ich hatte mich ja am 09.02.17 schon für den LKW Führerschein angemeldet und da wollte ich doch wenigstens mal gucken ob ich mit unserem LKW überhaupt fahren könnte. Uuuuuuuuuuund geil wars :)
 
 
 
 
Und am Aufbau kann man ja auch schonmal bissel was machen.
Achja, der Aufbau. Oder auch als Koffer bezeichnet. Da waren wir uns auch recht schnell einig was es werden soll. Wir wollten beide keinen geraden Aufbau, weil uns diese so an Duschcontainer erinnern. So, was bleibt denn da noch. Wie schon geschrieben. Die zwei von Two Vagabonds haben uns sehr inspiriert und deren Koffer gefiel mir superduper gut.
Das ist ein LAKII (Leicht Absetzbarer Koffer).
Ja ich weiß was jetzt vielleicht manche denken. Na prima, nen Duschcontainer wollen sie nicht aber einen Altglascontainer finden sie cool. - Ja, finden wir :) 
Den Koffer mussten wir natrlich wie immer (ähnlich wie den Steyr) bei uns ums Eck abholen in Kamenz. Das ist ein paar Kilometer hinter Dresden und kurz vor Bautzen, also nur schlappe knapp 630 km.
Einfach versteht sich.
- Abgeholt haben wir den am 13.01.17, weil wir ja am 20.01. schon in Winterurlaub fahren und sonst alles zu spät wird.
Von dem an diesem Tag über Deutschland gezogenen Schneesturm haben wir glücklicherweise nix mitbekommen. 
 
 
So und dann war ja erstmal Winterpause.
 
Achnee. Am 12.02. hat er bei der Fa. Unicat noch 5 nagelneue Reifen für den Steyr gekauft. - Ja richtig gelesen, Reifen für ein Fahrzeug was zu dem Zeitpunkt noch gar nicht vor Ort war. Und im Grunde noch gar nicht unser Eigentum, denn wir hatten zu dem Zeitpunkt nur das Geldüberwiesen, aber noch keine Papiere etc. 
Und die Felgen wurden natürlich auch gleich bestellt bei der Fa. GABO.
 
So, aber jetzt Winterpause. 
 
Im März ging es dann mal ein kleines bißchen weiter mit den Reifen. Da der LKW ja dann da war, konnte man ja die Reifen gleich montieren. Angeblich müssen die drauf, weil Ralfi ja den Zwischenrahmen usw. bauen muss und da muss er wissen wie hoch das alles wird und deswegen müssen die Reifen drauf.